Wiener Stadtwerke investieren 4,25 Milliarden in Klimaschutz

Drei Viertel der Wiener Stadtwerke-Investitionen bis 2025 sind klimafreundlich. Damit ist der Konzern maßgeblich am Ziel der emissionsfreien Stadt bis zum Jahr 2040 beteiligt. Welche Projekte dem Klima wie zugutekommen, erklärten Stadtrat Peter Hanke und die Geschäftsführung der Wiener Stadtwerke in einer gemeinsamen Pressekonferenz.

Generaldirektor-Stellvertreter Peter Weinelt, Stadtrat Peter Hanke und Generaldirektor Martin Krajcsir bei der Pressekonferenz
Gemeinsame Pressekonferenz Stadtrat Hanke und Wiener Stadtwerke
Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke (Bildmitte) präsentierte gemeinsam mit den Generaldirektoren Martin Krajcsir (rechts im Bild) und Peter Weinelt (links) die Pläne der Wiener Stadtwerke.

„Die nächsten Jahre werden in punkto Klimaschutz entscheidend sein. Wir müssen einen merklichen Beitrag leisten und Geld in Klimaschutz investieren“, sagte Wirtschaftsstadtrat Peter Hanke am Mittwoch im Rahmen einer Pressekonferenz mit den Generaldirektoren der Wiener Stadtwerke, Martin Krajcsir und Peter Weinelt.

Bis zum Jahr 2025 investieren die Wiener Stadtwerke insgesamt 5,6 Mrd. Euro in Sachanlagen und in die Bereiche Mobilität und Energie. „76 Prozent dieser Investition, das sind 4,25 Mrd. EUR, fließen direkt in den Klimaschutz, vom U-Bahn-Bau bis zu den Erneuerbaren. Die Wiener Stadtwerke sind damit maßgeblich am Ziel der emissionsfreien Stadt im Jahr 2040 beteiligt“, so Hanke.

Wien wird Wasserstoff-Hub der Ostregion

Einen entscheidenden Schritt in Richtung Zukunft gehen die Wiener Stadtwerke mit der Gründung der Wiener Wasserstoff GmbH. Der Konzern kann von der Produktion über die Lieferung und die Betankung bis hin zur Nutzung von Wasserstoff alles in einer Hand abbilden. „Die Wiener Stadtwerke sind der zentrale Klimaschutzpartner der Stadt. Kein anderes Unternehmen hat eine derartige Hebelwirkung und kann in so vielen Bereichen die gesamte Wertschöpfungskette abbilden, wenn es um reale Verbesserungen auf dem Weg zur Klimaneutralität geht“, so Hanke.

Konkret baut Wien Energie eine 2,5MW-Elektrolyseanlage und sorgt auch für den Transport des Wasserstoffs an eine Tankstelle der Wiener Netze in der Leopoldau, die heuer im Spätherbst eröffnet wird. Spätestens 2024 werden dort zehn Wasserstoffbusse der Wiener Linien betankt und auf der Linie 39A eingesetzt. Erste Versuche verliefen sehr positiv, mittelfristig sei das Ziel, der Wasserstoff-Hub der Region zu werden.

4,25 von 5,6 Milliarden Euro in klimafreundliche Sachanlagen

„Mit unseren Investitionen sind wir nicht nur der Wirtschaftsmotor der Stadt – wir sind vorne mit dabei, wenn es um innovative und umweltfreundliche Lösungen geht“, so Krajcsir. Das Engagement in der Zukunftstechnologie Wasserstoff steht exemplarisch für eine ganze Reihe innovativer Projekte, wie Generaldirektor Krajcsir und sein Stellvertreter Weinelt erläuterten. Denn hinter den gewaltigen Investitionssummen stünden reale Projekte, die das Leben der Wienerinnen und Wiener verbessern

Im Energiebereich investiert Wien Energie hunderte Millionen in den Ausbau Erneuerbarer Energien. „Photovoltaik, Windkraft, Wasserkraft, Fernwärme, Fernkälte und Wasserstoff - wir setzen jeden Hebel in Bewegung für eine klimafreundliche Stadt“, so Weinelt. Die Wiener Netze modernisieren die Leitungsnetze und machen sie fit für die Zukunft. Im Mobilitätsbereich ist es vor allem der Bau des Linienkreuzes U2xU5, wo allein bis 2025 1,2 Mrd. Euro investiert werden, um noch mehr Menschen klimaneutral ans Ziel zu bringen.

Digitalisierung, Innovationen und jede Menge Service

Ähnliche Hebel wie beim Klimaschutz haben die Wiener Stadtwerke auch in Fragen digitaler Innovationen. Den Kundinnen und Kunden stehen digitale Dienstleistungen zur Verfügung, die einfachere und bessere Services ermöglichen. Stadtrat Hanke erläuterte, wie mit WienMobil und easymobil die Zukunft der Mobilität geschaffen wird, wie Bestattung und Friedhöfe auf die Herausforderungen der Digitalisierung reagieren, und welche Kraft in der Serviceorientierung der Wiener Stadtwerke steckt: mit dem Service Treff in der Spittelau sei ein erster „analoger“ Schritt gesetzt worden, der gut angenommen wird. Und auch durch die Bündelprodukte der Wiener Stadtwerke-Unternehmen mit entsprechenden Vergünstigungen kämen direkt den Menschen zugute.

Der Service Treff ist das beste Beispiel für die absolute Kundenorientierung der Wiener Stadtwerke. Über 90 Prozent der BesucherInnen halten den Service-Treff für eine gelungene Einrichtung, knapp 80 Prozent der BesucherInnen sehen (sehr) große Vorteile darin, alle Unternehmen an einem Ort zu haben. Für die Wiener Stadtwerke der klare Auftrag, in den kommenden Jahren noch besser zu werden, so Krajcsir und Weinelt.

Generaldirektor Krajcsir erklärte, mit dem Innovationsfonds der Wiener Stadtwerke jährlich Millionen zur Verfügung zu stellen, um Projekte wie den Gebärden-Avatar der Wiener Linien zu entwickeln, der Störungsinfos für Gehörlose in Echtzeit übersetze. Im Projekt RemiHub wiederum wurden Öffi-Flächen als Cityhubs für Fahrraddienste genutzt. Generaldirektor-Stv. Peter Weinelt ging näher auf die Wasserstoffstrategie der Wiener Stadtwerke ein, in der auch die Forschung eine zentrale Rolle spielt.