WINFRA 2020: Journalismuspreis der Wiener Stadtwerke vergeben

Mit dem Journalismuspreis WINFRA wollen die Wiener Stadtwerke JournalistInnen vor den Vorhang holen, die das Thema Infrastruktur besonders interessant aufbereiten und einen Blick hinter die Kulissen der Stadt ermöglichen. Pandemiebedingt konnte die Verleihung im Herbst 2020 nicht wie gewohnt im Rahmen einer Gala stattfinden. Nun wurden die Preise im kleinen Rahmen übergeben.

Die GewinnerInnen des WINFRA 2020 und die Auszeichner, v.l.n.r.: Andreas Liberda und Martina Feichtinger (W24), Generaldirektor-Stv. Peter Weinelt, Paul Vogt und Moritz Ablinger (Ballesterer), Juryvorsitzender Lehmann, Oona Kroisleitner (Der Standard), Generaldirektor Martin Krajcsir und Stefanie Riegler (heute).
Die GewinnerInnen des WINFRA 2020 und die Auszeichner, v.l.n.r.: Andreas Liberda und Martina Feichtinger (W24), Generaldirektor-Stv. Peter Weinelt, Paul Vogt und Moritz Ablinger (Ballesterer), Juryvorsitzender Lehmann, Oona Kroisleitner (Der Standard), Generaldirektor Martin Krajcsir und Stefanie Riegler (heute).

Der Journalismuspreis WINFRA wird alljährlich in vier verschiedenen Kategorien vergeben: Print, Online, TV/Hörfunk und im Jahr 2020 erstmals (und hoffentlich einmalig) für die Kategorie Corona. "Wir wollen gute Recherche vor den Vorhang holen und die würdigen, die einen Blick hinter die Kulisse der Wiener Infrastruktur werfen und sie so zugänglich machen", so der Generaldirektor der Wiener Stadtwerke, Martin Krajcsir. Aufgrund der Corona-Pandemie wurde der Preis diesmal nicht in einer Gala, sondern einige Monate später als üblich direkt in der Zentrale der Wiener Stadtwerke-Gruppe verliehen.

"Journalismus verdient Wertschätzung. Mit dem WINFRA zeichnen wir herausragende Arbeiten aus und zeigen gleichzeitig den großartigen Beitrag, um Infrastruktur erleb- und begreifbar zu machen", so Peter Weinelt, stv. Generaldirektor der Wiener Stadtwerke. Die GewinnerInnen aus 2020 sind Nicole Selmer, Paul Vogt und Moritz Ablinger vom "Ballesterer", Stefanie Riegler von "heute", Andreas Liberda von "W24" und Oona Kroisleitner von "der Standard". Die GewinnerInnen werden von einer unabhängigen Jury ausgewählt. Der Preis ist je Kategorie mit 4.000 Euro dotiert.

Die GewinnerInnen, die Kategorien

Der beste Artikel aus der Kategorie Print geht an Nicole Selmer, Paul Vogt und Moritz Ablinger. Sie bestätigen im Fußballmagazin Ballesterer eindrucksvoll die These "Infrastruktur ist überall". In ihrem Beitrag "Das erneuerbare Spiel" zeigen sie die Aspekte der Infrastruktur rund um Fußballstadien auf. Im Fokus stehen die österreichischen Bundesligisten und deren Infrastruktur im als auch um die Stadien - vom Verkehr am Verteilerkreis in Favoriten über die Photovoltaikanlage auf dem Dach des neuen Stadions der Wiener Austria hin zur Aufforstungsaktion des SK Rapid mit der Stadt Wien.

Die AutorInnen werfen einen kritischen Blick auf die Lieferketten der Vereine und deren Nachhaltigkeitskonzepte. Die Reportage stellt unter Beweis, dass es oft einfach um den pfiffigen, vielleicht auch abseitigen Einfall geht, ein vermeintlich dröges Thema wie Infrastruktur einem Publikum zu vermitteln, das sich unter anderen Umständen kaum damit befassen würde.

Kategorie Online

Stefanie Riegler erhält den WINFRA 2020 in der Kategorie für ihren Beitrag "Ein Dorf in der Stadt", erschienen auf der Onlineplattform der Tageszeitung heute, www.heute.at. Darin erreicht sie Leserinnen und Leser, als auch die WINFRA-Jury mit sehr interessanten Einblicken in die Widersprüche zwischen partizipativen Architekturkonzepten und den Alltagssorgen der Bewohnerinnen und Bewohner - beginnend bei der Baustelle bis hin zum fertiggestellten Wohnhaus im Stadterweiterungsgebiet Sonnwendviertel.

Die Reportage klärt eine Vielzahl von Informationsdefiziten auf eine gut lesbare Weise auf, indem sie immer nah am Projekt, am Gebäude und an den Menschen ist. Lobenswert ist für die WINFRA-Jury neben der eindrucksvollen Bildsprache auch die redaktionelle Entscheidung eines deklarierten Massenmediums, ein etwas abseitiges Modell einem großen Publikum vorzustellen.

Kategorie TV/HF

Preisträger der Kategorie TV/HF sind Andreas Liberda und Martina Feichtinger vom Stadtsender W24 für den Beitrag "Wiens gemeinste Fahrrad-Kreuzung". Der Beitrag befasst sich kritisch und ironisch mit der paradoxen Regelung einer vielbefahrenen Wiener Kreuzung.

Alle Seiten kommen in diesem Beitrag gleich stark zu Wort, verschiedene Perspektiven werden aufgezeigt - ein somit sehr ausgeglichener Beitrag, welcher Zuseherinnen und Zusehern nach allen journalistischen Kriterien die Möglichkeit gibt, sich selbst ein Bild zu machen. Der Beitrag ist gut recherchiert, klar und strukturiert aufbereitet.

Sonderpreis Corona

Der Sonderpreis steht in diesem Jahr unter dem Thema "Corona". Der Preis in dieser Kategorie geht an Oona Kroisleitner für ihrem Beitrag "Wien Energie-Mitarbeiter: Isoliert und doch kaum allein". Die Autorin erhält den WINFRA für ihren sehr sympathischen Beitrag über jene Alltagshelden, die unsere Infrastruktur täglich am Laufen halten. Und beleuchtet dies auch in einer absoluten Ausnahmesituation. Gerade die Corona-Krise zeigt, wie wertvoll eine gut funktionierende Infrastruktur in einer starken öffentlichen Hand ist.

Dies zeigt Kroisleitner in einer fast "aufgelegten" Geschichte in Corona-Zeiten, welche sie mit Witz und guter Recherche auflöst. Der WINFRA-Jury fiel außerdem besonders im Vergleich zu anderen Artikeln zum selben Themenkreis die interessante Bildsprache auf. Ein voll und ganz gelungener Beitrag.

Informationen zum WINFRA, die prämierten Beiträge sowie die ausführlichen Begründungen der Jury zur Preisvergabe finden sich unter www.winfra.at

 

Publiziert am: 14.06.2021