R.Ice

Bei der Planung und beim Betrieb von Seilbahnen, Freileitungen oder Windkraftanlagen spielt der Faktor Vereisung eine wichtige Rolle: Herabfallende oder weggeschleuderte Eisfragmente bedeuten ein Risiko, betroffene Windkraftanlagen werden abgeschaltet. Gemeinsam mit Partern arbeiten ExpertInnen von Wien Energie aktuell an einem Atlas, der das Auftreten von Vereisungen und das resultierende Risiko erfasst.

Derzeit gibt es in Österreich noch keine flächendeckenden Untersuchungen zu meteorologischen Vereisungshäufigkeiten von Windkraftanlagen. Lokale Gelände-Eigenschaften nehmen starken Einfluss auf die Vereisung, Mess- und Prognosedaten haben nur sehr beschränkte räumliche Gültigkeit. Im Projekt „R.Ice - Risikoanalysen für Folgen der Eisbildung an Windkraftanlagen“ arbeitet nun ein breit aufgestelltes Team an einer Vereisungskarte, die regionsspezifische Vereisungsklimatologien abbildet.

Eisfallereignis in einem WindparkZoom
Größe, Anzahl & Flugkurve im Bild
Mithilfe innovativer Bildgebungsverfahren beobachten die ExpertInnen Eisfallereignisse an bestehenden Windkraftanlagen. Dabei gilt ihre Aufmerksamkeit ganz besonders der Größe, der Anzahl und den Flugkurven der herabfallenden bzw. weggeschleuderten Teile. Diese und andere Werte dienen als Grundlage für die technische Simulation von Gefährungsbereichen.
 
Simulation von Gefährdungszonen, angezeigt auf Google earthZoom
Vereisungskarte online abrufbar

Auf Basis der durchgeführten Erhebungen und Simulationen sollen JuristInnen und Sachverständige in weiterer Folge wissenschaftlich geprüfte Maßnahmen und Richtlinien erarbeiten, die eine Verminderung des Eisfallrisikos nach sich ziehen. Die im Projekt r.ice erarbeitete Vereisungskarte wird in weiterer Folge unter der Adresse www.eisatlas.at öffentlich zugänglich sein.

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Klima- und Energiefonds gefördert und im Rahmen des Energieforschungsprogramms 2015 durchgeführt.