Autonomes Fahren


In der Seestadt Aspern arbeiten die Wiener Linien an der technologischen Weiterentwicklung von selbstfahrenden Kleinbussen. Gemeinsam mit namhaften Partnern werden Effizienz und Betriebssicherheit dieser Fahrzeuge erhöht und die Auswirkungen von autonomen Flotten auf den öffentlichen Verkehr untersucht. Letztlich sollen selbstfahrende Busse im normalen Linienbetrieb unterwegs sein – mit Haltestellen, Fahrplan und Fahrgästen.

Seit Juni 2019 sind in der Seestadt Aspern die ersten selbstfahrenden Busse unterwegs. Der Testbetrieb ist als Forschungsprojekt bis 2020 angelegt. Rund um die U2-Station Seestadt transportieren die beiden Mini-Busse jeweils zehn Fahrgäste kostenlos zu insgesamt zehn Haltestellen. Ziel des Projekts auto.Bus Seestadt ist die nachhaltige Erhöhung der Effizienz und der Betriebssicherheit autonomer Fahrzeuge.

Seestadt Aspern als ideales Smart-City-Testgebiet

Die Seestadt ist ein ideales Umfeld für eine Pilot-Linie: Zum einen ist hier ein urbanes Umfeld entstanden, das weniger komplex ist als das Umfeld von Strecken im Zentrum. Zum anderen ist die Seestadt ein besonders innovatives Wohnumfeld – ein Urban Lab bzw. Testgebiet der Smart City Wien.

Die vollautomatische Buslinie soll mit dem Kleinbus NAVYA ARMA betrieben werden. Er bietet Platz für bis zu elf Fahrgäste, wird von einem Elektromotor angetrieben und ist bereits auf verschiedenen Teststrecken unterwegs. Der Bus ist mit Sensoren ausgestattet, die durch permanentes Scannen der Umgebung ein sicheres Fortbewegen gewährleisten. Zusätzlich ist ein speziell geschulter Operator der Wiener Linien an Bord. Wird ein Hindernis detektiert, übernimmt der Operator die Steuerung und umfährt das Hindernis.

Seit der Ankunft der Busse im April 2018 beschäftigt sich das auto.Bus-Projektteam, bestehend aus dem Austrian Institute of Technology (AIT), dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV), dem TÜV Austria, Siemens Mobility, Navya und Wiener Linien, intensiv mit den Fahrzeugen. Vor dem Start des Testbetriebs am 6. Juni 2019 wurden die Fahrzeuge auf einem geschlossenen Testgelände auf Herz und Nieren geprüft.

Selbstfahrende Busse ins Verkehrssystem einbinden

Vor allem das Thema Sicherheit stand im Mittelpunkt: Die Projektpartner decken dabei wichtige Bereiche wie die Weiterentwicklung der Sensorik, die Akzeptanz durch die Fahrgäste, die IT-Sicherheit der eingesetzten Systeme oder die „Kommunikation“ des Busses mit seiner Umgebung ab. Diese und andere Aspekte werden in der Seestadt intensiv erforscht, mit dem Ziel, fahrerlose Fahrzeuge effizient in das multi-modale Verkehrssystem und das Betriebsmanagement eines Verkehrsunternehmens einzubinden. 

auto.Waves untersucht Auswirkungen autonomer Flotten 

Die Forschungsarbeit im Feld Autonomes Fahren soll durch Technologie-Innovationen einen Qualitätssprung für den Betrieb autonomer Buslinien ermöglichen. Im Projekt auto.Waves widmen sich die Wiener Linien aber auch der Frage, wie sich autonome Fahrzeugflotten auf den öffentlichen Verkehr und das gesamte Verkehrssystem auswirken.

Hierzu simulieren die Expertinnen und Experten unterschiedliche Szenarien. Anhand dieser Szenarien können die Auswirkungen großer autonomer Fahrzeugflotten auf die Bereiche Verkehr, Energie und Stadtplanung ermittelt und notwendige Maßnahmen abgeleitet werden.