Kunst und Musik in der WIPARK-Garage Freyung

Linda Bilda gestaltet Leitsystem in der Parkgarage Freyung. Darüber hinaus können ab sofort, im Rahmen des Projektes MusikRaumGarage, Musik-Bands ein Mal pro Woche im Untergeschoss 3 der Garage proben. 

Kunst findet nicht nur in Galerien oder Museen statt. Die WIPARK Garagen GmbH arbeitet seit 2013 mit unterschiedlichen Künstlerinnen und Künstlern an Projekten zur künstlerischen Aufwertung von besonderen Garagenstandorten in Wien. Garagen sind nicht ausschließlich Zweckbauten sondern eignen sich bestens dafür, Kunst in den öffentlichen Raum zu tragen.

Wandmalereien und „Light-Glass“-Technik

Nachdem die WIPARK im vergangenen Jahr das Street Art Projekt Cash, Cans & Candy unterstützte und drei großdimensionale Murals (Wandgemälde) entstanden, folgt nun das nächste Kunstprojekt, das in Kooperation mit der Universität für angewandte Kunst und mit departure, dem Kreativzentrum der Wirtschaftsagentur Wien, organisiert und durchgeführt wird. In der Garage auf der Freyung gestaltet die Wiener Künstlerin Linda Bilda das Garagen-Leitsystem völlig neu. Auf der Basis von Wandmalereien und einer speziellen Glastechnik („Light-Glass“) entsteht die „Kathedrale der Moderne“.

Die Projektbetreiber sowie die Künstlerin erheben den Anspruch, mit der „Kathedrale“ die Betrachterinnen und Betrachter – unabhängig von Alter und kulturellem Hintergrund – ohne die Vermittlung durch Interpretation formal und inhaltlich zu erreichen. Durch die Kombination von (bereits von den Höhlenmalereien bekannten) Wandmalerei und „Light-Glass“ wird eine Technik eingesetzt, die Kommunikation und Austausch mit einer breiten Öffentlichkeit ermöglichen.

Erfassbarkeit des Raumes und intelligente, visuelle Benützbarkeit

Ein wesentliches Ziel des Kunstprojektes ist eine transformierte Gefühlswahrnehmung innerhalb der Parkgarage. Für die Benützerinnen und Benützer soll der Aufenthalt angenehmer und bewusster werden. Mehr noch, es soll eine künstlerische Ästhetik vermittelt werden und eine Öffnung gegenüber neuen Seh- und Sichtweisen stattfinden. Das künstlerisch gestaltete Leitsystem zielt darauf ab, dass Garagenbenützerinnen und -benützer die Situation innerhalb der Garage schneller erfassen – und zwar im Hinblick auf die Funktionen sowie die Topographie des Garagenraumes. Durch den subtilen Einsatz der visuellen Instrumente der Kunst wird der Garagenraum erfassbar und intelligent benützbar gemacht. Die Orientierung innerhalb der Garage findet künftig wesentlich einfacher statt.

Rätsel und Verblüffung sind erlaubt

Ein zentraler thematischer Bestandteil des Kunstprojektes ist die Zeitreise durch verschiedene Epochen der Geschichte. In den fünf Tiefgeschossen der Parkgarage wird jeweils ein anderes Zeitalter künstlerisch dargestellt und erfassbar: Der historische Zeitrahmen erstreckt sich dabei von der Prähistorie bis in die Gegenwart. Die Betrachterinnen und Betrachter befinden sich in einem öffentlichen Raum, der durch eigene Betrachtung und Interpretation produktiv wird – und auch Rätsel und Verblüffung zulässt.

MusikRaumGarage: Proberaum für Musikerinnen und Musiker

Der Parkgarage Freyung wird darüber hinaus eine weitere neue künstlerische Bestimmung zugeführt. Im Rahmen des Projektes MusikRaumGarage erhalten Musik-Bands nun die Möglichkeit, ein Mal pro Woche im Untergeschoss 3 der Garage zu proben. In der an eine Apsis erinnernden Räumlichkeit ist eine besondere akustische Qualität gegeben, mit der die Musikerinnen und Musiker experimentieren können. Die außergewöhnliche Umgebung und der Raum der Garage haben das Potenzial, Künstlerinnen und Künstler zu inspirieren. Die Idee für das Projekt geht von der Garage Music Culture der 1980-er-Jahre aus, bei der sich Bands in privaten Garagen zu Jam Sessions trafen.

Das „Publikum“ verfolgt die Proben nicht direkt vor Ort in der Garage mit sondern erhält durch einen Live-Stream einen Insider-Blick von außen. Kuratiert wird das Projekt von unterschiedlichen international bekannten Musikerinnen und Musikern. Das musikalische Repertoire erstreckt sich dabei von klassisch bis zeitgenössisch-experimentell, von rein vokal bis rein instrumental. Auf Grund der Vielfältigkeit der Kuratorinnen und Kuratoren und Bands ist davon auszugehen, dass es jede Woche zu einem neuen, unerwarteten und überraschenden Klang- und Sounderlebnis in der Garage Freyung kommen wird.

Das Projekt wurde von Dilruba Erkan und Peter Oroszlany (Studierende der Universität für angewandte Kunst) ins Leben gerufen. Bei dem innovativen Musik-Projekt handelt es sich um eine Kooperation zwischen der WIPARK und der Wirtschaftsagentur Wien, das von Barbara Holub betreut wird.